Der Arbeitskreis Frühförderung der Stadt Cottbus/Chóśebuz hat einen Appell zur Neuausrichtung der Rahmenbedingungen für inklusive Kindertagesbetreuung veröffentlicht. Ziel ist es, die aktuellen Regelungen stärker an den tatsächlichen Bedarfen von Kindern mit (drohenden) Beeinträchtigungen auszurichten und Teilhabe von Anfang an zu sichern.
Der Appell macht deutlich, dass bestehende Verwaltungsverfahren und Fördersysteme vielfach auf veralteten rechtlichen Grundlagen beruhen. Lange Bearbeitungszeiten, starre Personalschlüssel und eine überwiegend medizinisch geprägte Bedarfsermittlung führen dazu, dass notwendige Unterstützung oft verspätet oder nicht passgenau erfolgt. Betroffene Kinder, ihre Familien sowie die Kindertageseinrichtungen stehen dadurch vor erheblichen Herausforderungen.
Vor dem Hintergrund der Reformen durch das Bundesteilhabegesetz und das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz fordert der Arbeitskreis unter anderem eine stärkere Bedarfsorientierung, eine Entbürokratisierung der Verfahren sowie die konsequente Ausrichtung an inklusiven, partizipativen Verfahren.
Mit dem Appell wendet sich der Arbeitskreis an die Stadtverordnetenversammlung Cottbus und ihre Fachausschüsse und lädt zu einem fachlichen Dialog ein. Zentrales Anliegen ist es, das Wohl und die Entwicklung der Kinder in den Mittelpunkt des Verwaltungshandelns zu stellen.